Umgang mit Borderline - Frage eines Betroffenen
Frage
In der Pubertät und schon vorher hatte ich schon immer Gefühle der Unzulänglichkeit und der Einsamkeit. Die kurze Zeit in der ich mich häufiger übergeben und mich selbst verletzt habe, sowie meine anderen Probleme habe ich immer auf die Pubertät geschoben. Bis ich gestern, aus welchem Grund auch immer, das erste mal seit 4 oder 5 Jahren geritzt habe. (Ich bin jetzt 23.) Anschließend habe ich im Internet darüber gelesen und bin so auf das Borderline Syndrom gekommen und habe mit Erschrecken festgestellt, dass ich mich in den Beschreibungen selber nur allzu gut wiederfinde, bis auf dass ich mir keiner schlimmen Ereignisse in meiner Kindheit bewusst bin. Ich würde gerne ihren Rat hören, was ich jetzt tun soll. Es gäbe sicher genug vertrauenswürdige Personen denen ich davon erzählen könnte, aber irgendwie möchte ich das nicht. Es wäre mir sehr unangenehem wenn diese schlimme Befürchtung doch nicht zutreffend ist. Einen Arzt aufsuchen ist auch keine Lösung, da ich über meinen Vater privat versichert bin und er somit die Abrechnungen bekommt und ich meine Familie mit so etwas nicht belasten will, bzw. Angst habe nicht ernst genommen zu werden. Eine wichtige Frage ist für mich: Soweit denke ich dass ich für mich selber damit klarkommen kann - aber muß ich damit rechnen dass die Syptome wie Selbstverletzung, Traurigkeit, Agression e.t.c. sich verschlimmern, da sie ja lange Zeit fast gänzlich verschwunden waren. Ist es sinnvoll mich von den mich "krank" machenden Situationen und Menschen fernzuhalten und mir versuchen etwas Neues aufzubauen oder sollte ich liber versuchen meine jetzige Situation in den Griff zu bekommen? Da ich nicht weiß an wen ich mich wenden soll, da ich zu wenig über Borderline weiß, hoffe ich auf ihre Antwort.
Antwort
Ich denke, Sie sollten – vor allem wenn die Symptome anhalten sollten – trotz der Bedenken wegen der Eltern einen Facharzt, Psychotherapeuten oder Psychologen aufsuchen. Immerhin sind Sie 23 Jahre alt. Grundsätzlich sind Ärzte an die Schweigepflicht gebunden und Diagnosen tauchen nicht auf Rechnungen etc. auf. Es ist nicht möglich zu beurteilen, ohne nähere Informationen zu haben, ob sich die Probleme, die Sie haben, in Richtung einer Borderline-Störung entwickeln könnten.







