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Spielsucht


Bei der Spielsucht geht es immer um die verselbständigte Handlungsweise des Spielens, verbunden mit dem Einsatz von Geld. Der Spieler versucht, sich durch das Spiel, durch den Reiz des Gewinnes oder Verlustes Befriedigung zu verschaffen oder Unlust und Schwierigkeiten, die er aus familiärem oder beruflichem Alltag mitbringt, zu beseitigen.

"Letztlich werde ich gewinnen", sagen sich Glücksspieler und bleiben tapfer dabei, auch wenn die Pechsträhne anhält. Sie glauben, sie hätten das Spiel unter Kontrolle. Das Gegenteil ist der Fall: Die Casino- und Spielhallen-Betreiber verdienen in Deutschland jährlich 44 Milliarden, da müssen die Besucher verlieren. Warum sind krankhafte Glücksspieler blind für diese Erkenntnis? Warum manövrieren sie sich in eine Zukunft ohne Arbeit und ohne Geld hinein mit einem hohen Risiko, die Familie zu verlieren und sich aus Verzweiflung das Leben zu nehmen? Die Suizidraten unter krankhaften Spielern sind mit zwölf bis 14 Prozent so hoch wie bei Depressionen.   

Wann macht Spielen süchtig?

Spielen wird zur Sucht, wenn das persönliche Spielverhalten nicht mehr kontrollierbar ist. Das Verlangen nach dem Glücksspiel wird immer stärker. Das soziale und berufliche Umfeld drängt mehr und mehr in den Hintergrund. Spielen wird zum Lebensinhalt Nummer 1.

Was bedeutet Spielsucht?

Bei der Spielsucht geht es immer um die verselbständigte Handlungsweise des Spielens, verbunden mit dem Einsatz von Geld. Der Spieler versucht, sich durch das Spiel, durch den Reiz des Gewinnes oder Verlustes Befriedigung zu verschaffen oder Unlust und Schwierigkeiten, die er aus familiärem oder beruflichem Alltag mitbringt, zu beseitigen.
Spielsucht als ausweichendes Verhalten kann sich dort entwickeln, wo die äußeren Möglichkeiten zum Spielen um Geld und die gesellschaftliche Akzeptanz (zumindest bei legalen Glücksspielen) vorgefunden werden. Als persönliches Gefährdungspotential kann der Mangel an Kommunikations- und Konfliktfähigkeit, Kreativität und Selbständigkeit gesehen werden. Spiele, die ohne menschlichen Partner auskommen (wie Computerspiele), die keinen differenzierten menschlichen Austausch fördern, sind eher hinderlich im Aufbau dieser persönlichen Stärken.
Das Muster des Spielverhaltens kann regelmäßig oder episodisch sein, meist zeigt sich ein chronischer Verlauf. Im allgemeinen kommt es zu einem Anstieg der Häufigkeit des Spielens, der Höhe der Wetteinsätze, dem Eingenommensein vom Spielen und dem Beschaffen von Geld für das Glücksspiel. Der Drang zum Spielen und das Spielverhalten sind in der Regel in Zeiten von Belastung oder Depression gesteigert.

Nach aktuellen Schätzungen gibt es Rund 120 000 Spielsüchtige in der Bundesrepublik.



Test: Bin ich Spielsüchtig?

  • Habe ich schon einmal meine Arbeit versäumt um spielen zu können?
  • Habe ich schon einmal meine Arbeit versäumt um spielen zu können? 
  • Das Spielen hat mir Zuhause schon Ärger eingebracht   
  • Habe ich schon einmal meine Arbeit versäumt um spielen zu können? 
  • Meine Arbeitsleistung hat durch das Spielen gelitten
  • Einen Spielverlust will ich so schnell wie möglich zurückgewinnen
  • Nach einem Gewinn habe ich den starken Wunsch weiterzumachen, um noch mehr zu gewinnen
  • Ich habe schon oft mein letztes Geld verspielt
  • Ich habe mir schon einmal Geld geliehen um spielen zu können
  • Ich habe schon einmal etwas verkauft, um vom Erlös zu spielen
  • Ich benutzte "Spielgeld" nur widerwillig für andere Ausgaben
  • Ich bin gleichgültiger gegenüber dem Wohl meiner Familie geworden
  • Ich habe schon einmal länger gespielt als ich wollte
  • Ich habe durch das Spiel schon einmal Sorgen und Ärger vergessen wollen
  • Manchmal haben mich schon Auseinandersetzungen, Streit, Enttäuschungen oder Schwierigkeiten zum Spielen    getrieben
  • Ich habe schon einmal gespielt, um mich mal richtig glücklich zu fühlen
  • Mir ist eigentlich schon klar, daß ich mir durch das Spielen selbst schade
  • Ich habe schon einmal auf ungesetzliche Weise mein Spiel finanziert oder zumindest an solch eine Möglichkeit    gedacht
  • Ich habe schon einmal gespielt, um mit dem Gewinn Schulden zu bezahlen oder andere finanzielle Probleme zu lösen

Wenn Sie mehr als dreimal "stimmt" ankreuzen mußten, sind Sie zumindest suchtgefährdet. Haben Sie mehr als siebenmal "stimmt" angekreuzt, sind Sie mit ziemlicher Sicherheit süchtig.

 


Jährlich werden in der Bundesrepublik über 40 Milliarden DM verspielt. Zieht man die Gewinnausschüttung ab, verbleiben noch etwa 15 Milliarden DM Reinverlust für die Spielerinnen und Spieler.
Auf das Lotto entfallen mehr als 50 %, auf Geldspielautomaten ca. 25 %, auf die Spielbanken ca. 10 %, auf Klassenlotterien ca. 7 %, auf Fernsehlotterien ca. 2 %, auf Sportwetten weiterhin ca. 2 %.
Die Glücksspielwelt ist Männersache. Die Frau stellt eher die soziale Kontrollinstanz dar und häufig in der Rolle der Co-Abhängigen.
Ca. 20 % der Männer und 5 % der Frauen sind aktive Glücksspieler(innen), d.h. mindestens ein Glücksspiel innerhalb der letzten drei Monate.
In Beratung und Psychotherapie stehen die Spiele an Geldspielautomaten an erster Stelle, gefolgt vom Einsatz in den Spielbanken.
Die Spielautomaten weisen Besonderheiten auf, die für Glücksspieler besonders günstig sind: kurze Auszahlungsintervalle, aktives Mitwirken durch die Stop-Start- und Risikotasten, das häufige Auftreten von Beinahe-Gewinnen (2 Zahlen von 3 möglichen Gewinnzahlen erscheinen), Sonderspielserien, Auswahl verschiedener Gewinnchancen, hohe Gewinnmöglichkeiten für geringen Einsatz (z.B. 100 DM für 40 Pfennig), optische und akustische Signale als Effekte, Vorhandensein von Kontaktmöglichkeiten). Vielen Geldspielern geht es oft nicht um den Gewinn, sondern um die Aktivität als solche.


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