Borderline Zufall 04e

Verein

Es ist besser ein kleines Licht anzuzünden,

als über die große Dunkelheit zu klagen…

(Konfuzius, chinesischer Philosoph, 551 - 479 v. Chr.)

 

…wie könnte man es besser ausdrücken als Tina Parlow selbst, die mit diesen konfuzianischen Worten in ihrer Signatur im Jahre 2001 das Projekt Borderline-Plattform als Betreiberin aus der Taufe hob. Genau von diesem Gedanken war sie beseelt: Licht gegen die große Dunkelheit, Hilfe zur Selbsthilfe gegen das Alleingelassen-Werden und das Gefühl des Ausgeliefert-Seins, Aufklärung gegen Unverständnis und Stigmatisierung, Unterstützung aller Beteiligten - ob Betroffene oder deren Angehörige, Interessierte oder auch professionelle Helfer.

Am Anfang war ein kleines Licht,

 

doch die Borderline-Plattform wuchs mit Hilfe vieler ehrenamtlich Engagierter rasch zu einem ansehnlichen seriösen Online-Portal mit zunehmender Bekanntheit heran.

 

Das kleine Licht wurde größer und größer.

 

Unzählige Betroffene und deren Angehörige nutzten die Möglichkeit des Austauschs. Viele wurden in ihren persönlichen Nöten aufgefangen und fanden Orientierung. Viele blieben, um ihrerseits anderen helfend und unterstützend zur Seite zu stehen. Das Projekt stand auf stabilem Fundament und der Einsatz hatte sich in vollem Umfang gelohnt.

 

Nun könnten wir einfach aufhören. Wir könnten uns mit dem Erreichten zufrieden geben. Niemand zwingt uns, uns darüber hinaus mit dem Thema Borderline und seinen Tücken zu beschäftigen. Wir Betroffene tun es sowieso über alle Maßen. Jeder auf seine eigene ganz individuelle Art und Weise. Zwangsläufig - auf Grund der Symptomatik. Mit Hilfe, mit professioneller Unterstützung und ohne Hilfe, auf uns allein gestellt. Vereinsamt oft, hinter verschlossenen Türen. Isoliert. Uns selbst überlassen.

Wir könnten einfach aufhören, uns weiter darum zu bemühen, gesehen zu werden, akzeptiert, verstanden in all den Nöten, die die Borderline-Symptomatik mit sich bringt.

Wir könnten einfach aufhören, uns gegen die allgegenwärtige Stigmatisierung zu wehren, gegen die Medien, die öffentlichen Darstellungen Einzelner, die das Phänomen Borderline „erklären“, nur leider allzu oft an der Realität der Betroffenen vorbei.

Ja, wir könnten einfach aufhören, das ist wohl wahr, aber wir haben eine Vision:

 

Licht gegen die große Dunkelheit

 

und Dunkelheit, davon gibt es im Zusammenhang mit Borderline nach wie vor mehr als genug.

 

Im Jahre 2007 fiel so der Entschluss, einen Verein zu gründen, um dem Projekt Borderline-Plattform eine angemessene, zukunftsweisende Struktur zu verleihen.

Getragen von dem humanistischen Leitmotiv, das sich an den Interessen, den Werten und der Würde insbesondere des einzelnen Menschen orientiert, steht der Verein für Toleranz, Menschlichkeit, Akzeptanz und Respekt aller, die sich mit dem Thema Borderline auseinandersetzen müssen oder wollen, ob nun als Betroffene oder auf welche Art auch immer Beteiligte.

Der Selbsthilfegedanke steht dabei stets im Vordergrund und fußt somit in der Selbstverantwortung jedes Einzelnen. Darauf basierend zielt der Verein auf

 

  • Hilfe zur Selbsthilfe
  • aktive gesellschaftliche Präsenz von Betroffenen/Beteiligten für Betroffene/Beteiligte
  • Aufklärung und Öffentlichkeitsarbeit
  • überregionale und bundesweite Vernetzung
  • Initiierung gezielter Projekte im Rahmen der Zwecke des Vereins
  • vereinsübergreifende Zusammenarbeit mit anderen Organisationen
  • Etablieren von Selbsthilfegruppen für Betroffene und Angehörige
  • Verbreitung des Trialog-Gedankens
  • Aufbau landesweiter autonomer Satellitenpunkte

 

Es wurde viel erreicht. Heute zählt die Borderline-Plattform, das Online-Portal des Borderline ps e.V., zu den 6.000 wichtigsten Web-Seiten Deutschlands (von über 12.000.000!) und wurde wiederholt als eines der besten aus dem Bereich Gesundheit ausgezeichnet. Es ist weit über die deutschen Grenzen hinaus bekannt, von Betroffenen, Angehörigen und Interessierten gleichermaßen geschätzt und von Experten allerorts empfohlen.

 

Und das Licht strahlt weiter.

 

Möge es bis dorthin reichen, wo die Dunkelheit am größten ist, denn dort wird es am nötigsten gebraucht.

 

Dafür steht der Verein mit seinem Namen.

 

 

 

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